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Lexikon

Agender (=genderless)

Agender Menschen, auch genderless genannt, haben kein Geschlecht, fühlen sich keinem Geschlecht zugehörig oder können mit dem Konzept von Geschlecht nichts anfangen.

Autosexuell

Autosexualität beschreibt, dass eine Person sich bevorzugt selbst befriedigt und/oder zu sich selbst sexuell hingezogen ist. Der Begriff ist kein Synonym zu Selbstbefriedigung.

Bigender

Eine Person ist bigender, wenn sie zwei Geschlechtsidentitäten hat. 

Oft sind diese männlich und weiblich, aber es sind auch andere Kombinationen möglich, wie z.B. männlich und nichtbinär. Die beiden Geschlechtsidentitäten können gleichzeitig oder abwechselnd auftreten.

Binär

Das binäre Geschlechtersystem geht davon aus, dass es nur zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, gibt. Es lässt keine anderen Geschlechter oder Zwischenstufen zu.

Dieses System blendet vollständig aus, dass es auch andere Menschen, die nicht in dieses System passen, gibt.

Nicht-binär

Nicht-binäre Menschen sind Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder als Frau sehen.

Die Geschlechtsidentität Nicht-binärer-Menschen kann irgendwo dazwischen liegen, ganz außerhalb davon sein oder, weil viele nichts mit dem Begriff “Geschlecht” anfangen können, sich als geschlechtslos (=agender) sehen.

Nicht-binär wird aktuell in der deutschen und auch englischen Sprache (non-binary) als eine Art Oberbegriff für eine Vielzahl an Identitäten wie genderqueer, genderfluid, agender u.v.m. verwendet. 

Bisexuell

Eine bisexuelle Person fühlt sich romantisch und/oder sexuell zu Menschen zweier oder mehrerer Geschlechter hingezogen.

Bisexualität bedeutet nicht automatisch, dass sich eine Person zu den zwei zur Auswahl stehenden Geschlechtern im binären Geschlechtersystem hingezogen fühlt.

Manche Menschen definieren Bisexualität so, dass sich eine Person zum eigenen und einem oder mehreren anderen Geschlechtern (hier sind z.B. auch nicht-binäre Personen mit gemeint) hingezogen fühlt.

Für andere bedeutet Bisexualität, dass Anziehung zu Menschen unabhängig von deren Geschlecht ist. Es gibt allerdings verschiedene, auch umstrittene, Definitionen von Bisexualität.

Cis

Cis bedeutet, im Gegensatz zu Trans, dass sich eine Person mit dem bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht identifiziert.

Die Vorsilbe "cis" wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem sie bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde.

Menschen, die sich ausschließlich mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren, ergo Menschen, die nicht trans und/oder nicht-binär sind.

 

Demigender

Demigender bezeichnet eine Geschlechtsidentität, bei der sich eine Person nur teilweise mit einem Geschlecht identifiziert.

Demigender funktioniert auch als Überbegriff für Begriffe wie Demiboy und Demigirl.

Divers (=d)

Divers ist seit dem 01.01.2019 ein juristischer Geschlechtseintrag. 

Es handelt sich dabei nicht um ein eigenes Geschlecht, sondern um einen Schirmbegriff für viele verschiedene Geschlechter.

Das „d“ steht für divers, dieser Geschlechtseintrag ist im Gegensatz zu „männlich“ und „weiblich“ sehr schwer zu bekommen und steht aktuell noch nicht allen nicht-binären Menschen zur Verfügung.

Divers können sich Menschen eintragen lassen, die intergeschlechtlich sind, ärztliche Gutachten vorlegen können und natürlich Interesse an diesem Geschlechtseintrag haben.

Dennoch haben jetzt offiziell auch Menschen jenseits von Mann und Frau gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung: Das hat Auswirkungen für Unternehmen und Verwaltung (z.B. bei Stellenausschreibungen).  

Dritte Geschlecht

Es gibt nicht das eine ‚dritte Geschlecht‘, aber manche Menschen verwenden diese Bezeichnung für ihre Geschlechtsidentität, die zwischen männlich und weiblich liegt.

Dyadisch (endogeschlechtlich)

Dyadisch oder auch endogeschlechtlich bezeichnet Menschen, deren körperliches Geschlecht eindeutig den medizinisch festgelegten Polen Mann/Frau zugeordnet werden können.

Dyadische Menschen sind damit Menschen, deren Körper (in Bezug auf Hormone, Genitalien, Chromosome etc.) in die medizinischen Kategorien männlich und weiblich passen.

Diese Körper entsprechen der erwarteten Norm.

Enbisch

Als enbisch (engl. auch enbian) werden Menschen bezeichnet, die selbst nicht-binär sind und Anziehung zu nicht-binären Menschen empfinden.

Auch eine Beziehung, die ausschließlich aus nicht-binären Menschen besteht, kann als enbisch bezeichnet werden. 

Auch die Begriffe skoliosexuell und enbysexuell drücken Anziehung zu nicht-binären Menschen aus. Im Gegensatz zu “enbisch” wird aber dabei nicht klar, welches Geschlecht die Person hat, die diese Anziehung empfindet.

Gender (=soziales Geschlecht)

 
In der englischen Sprache gibt es für “Geschlecht” zwei Wörter:

Sex bezeichnet das biologische Geschlecht, also das, was bei der Geburt anhand von typologisierten Merkmalen (wie Hormone oder Anatomie) zugeordnet wird.

Gender hingegen benennt das soziale Geschlecht eines Menschens und weist daraufhin, dass das Konstrukt Geschlecht nicht nur körperliche Merkmale beinhaltet, sondern auch gesellschaftlich und kulturell implementierte Geschlechterrollen beinhaltet.

Das bedeutet, dass Geschlecht auch durch (anerzogene) Verhaltensweisen, Äußerlichkeiten wie Haarwuchs und Kleidung, Gestik, Sprache oder Symbolik ausgedrückt wird und durch die stetige Reproduktion durch die Gesellschaft als “natürlich” angesehen wird.

Die Unterscheidung macht darauf aufmerksam, dass nicht nur das biologische Geschlecht für die Identität einer Person verantwortlich ist.

Genderfluid

Bei genderfluiden Personen ändert sich die Geschlechtsidentität über einen Zeitraum oder auf bestimmte Situationen bezogen.

Das Geschlecht kann zwischen allen möglichen Geschlechtern wechseln. Im Unterschied zu einer genderqueeren Identität ändert sich die Identität und ist nicht unbedingt zu jedem Zeitpunkt außerhalb der Geschlechterbinarität zu verorten.

Genderqueer

 In Bezug auf Geschlecht beschreibt genderqueer vor allem, wenn Menschen die Geschlechterbinarität ablehnen.

Greygender

Greygender ist eine Geschlechtsidentität, bei der eine Person sich (mindestens teilweise) außerhalb der Geschlechterbinärität (=nicht -binär) identifiziert.

Greygender beinhaltet eine starke Ambivalenz bezüglich der eigenen Identität bzw. Geschlechtspräsentation.

Das Geschlecht kann sich dabei schwach, unbestimmbar, unidentifizierbar oder unwichtig anfühlen.

Heterosexuell

Heterosexuelle Menschen fühlen sich sexuell zu Menschen des eigenen bzw. eines anderen Geschlechts hingezogen.

In unserer westlichen Gesellschaft gilt Heterosexualität als Norm (=Heteronormativität). In der heteronormativen Vorstellung wird davon ausgegangen, dass es nur zwei Geschlechter gibt, die voneinander grundlegend verschieden sind und die sich sexuell und romantisch aufeinander beziehen.

Im Normalfall wird Heterosexualität deshalb als Begriff für Männer, die sich sexuell zu Frauen hingezogen fühlen und umgekehrt verwendet.

Homosexuell

Homosexualität bezeichnet die sexuelle Orientierung, bei der sich Menschen zu dem bzw. einem eigenen oder ähnlichen Geschlecht hingezogen fühlen.

Die Bezeichnung „homosexuell“ lehnen viele Lesben und Schwule ab, da der Begriff in seiner Entstehungszeit vor allem medizinisch gebraucht wurde.

Intergender

Intergender bezeichnet Menschen, deren Geschlechtsidentität sich zwischen den binären Geschlechtern, also zwischen männlich und weiblich befindet.

Intergeschlechtlich

Ein intergeschlechtlicher Mensch wird mit einem Körper geboren, der den dominanten medizinischen Standards (in Bezug auf Hormone, Genitalien, Chromosome etc.) von Mann und Frau nicht entspricht.

Intergeschlechtlichkeit ist eine körperliche Konstitution – keine Krankheit!

Häufig werden intergeschlechtliche Menschen auch als intersexuell bezeichnet. Intersexuell ist aber nur die medizinische Diagnose, nicht die korrekte Bezeichnung.

Intergeschlechtliche Menschen haben körperliche Geschlechtsmerkmale, die sich nicht als nur männlich oder nur weiblich einordnen lassen. Man spricht auch von angeborenen Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale. Das betrifft zum Beispiel die Geschlechtsorgane, Hormonproduktion oder den Chromosomensatz, die Figur, Haarverteilung oder Muskelmasse.

Intergeschlechtlichkeit kann schon bei der Geburt oder erst später sichtbar werden.

Intergeschlechtliche Menschen und ihre Existenz sind in der gesellschaftlichen Wahrnehmung immer noch nahezu unsichtbar. Dabei sind etwa 1,7% der Neugeborenen intergeschlechtlich. Das entspricht der Zahl der rothaarig geborenen Kinder.

Intergeschlechtliche Menschen können eben so gut Männer oder Frauen sein (s. „binär“).

 

 

Intersektionalität

Das Konzept der Intersektionalität ist zuerst Ende der 1980er Jahre von Kimberlé Crenshaw im Kontext des rechtlichen Schutzes vor Diskriminierung durch die Anti-Diskriminierungsgesetze in den USA verwendet worden.

Ihr Ziel war, Aufmerksamkeit darauf zu richten, dass Rassismus, Geschlecht und Klassismus intersektional interagieren und so eine besondere Form von Diskriminierung darstellen.

Schwarze Frauen, die einfache Arbeiterinnen waren, bildeten zum Beispiel eine Konstellation, die in Anti-Diskriminierungsgesetzen nicht bedacht wurde.

Das Konzept der Intersektionalität weißt auf das Zusammenwirken verschiedener Dimensionen sozialer Ungleichheit hin. 

Lesbisch

Als lesbisch bezeichnen sich Frauen oder manche nicht-binäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen Frauen bzw. weiblichen Personen hingezogen fühlen.

Lithsexuell

Lithsexuelle Menschen können grundsätzlich sexuelle Anziehung zu anderen Menschen spüren, wollen oder brauchen aber nicht, dass diese Anziehung erwidert wird.

Bei manchen lithsexuellen Menschen verschwindet die sexuelle Anziehung, wenn sie erwidert wird.

Novosexuell

Novosexuelle Menschen sind sich nicht sicher, welche sexuelle Orientierung sie haben – und das über einen langen Zeitraum hinweg.

Ihre sexuelle Orientierung verändert sich immer wieder – weil sich auch ihr Geschlecht ändert/ändern kann.

Pansexuell (Pangender)

Pansexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen aller Geschlechter sexuell hingezogen und/oder ihre sexuelle Anziehung basiert nicht auf dem Geschlecht eines anderen Menschen.

Die Geschlechtsidentität der Pangender ist aus vielen verschiedenen Geschlechtsidentitäten zusammengesetzt.

Queer

Queer verweist auf eine Selbstbezeichnung vor allem von Menschen, die ihre Identität außerhalb davon sehen, was einer gesellschaftlichen Norm entspricht.

Dies kann sowohl die sexuelle als auch die geschlechtliche Identität einbeziehen.

Queer bedeutet in Bezug auf das Geschlecht, wenn Menschen die Geschlechterbinarität ablehnen.

Schwul

Als schwul bezeichnen sich Männer oder sich mit Männlichkeit identifizierende nicht-binäre Personen, die sich romantisch und/oder sexuell zu Männern oder männlichen Personen hingezogen fühlen.

Skoliosexuell

 
Eine skoliosexuelle Person fühlt sich körperlich und sexuell zu nicht-binären Menschen hingezogen.

Trans

Trans ist ein Überbegriff für transsexuelle, transidente und transgender Menschen und alle Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, dem sie bei der Geburt zugewiesen wurden.

Transgeschlechtlich / transgender

Menschen, die sich nicht ausschließlich mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.

Sie können trans Männer oder trans Frauen sein (denen bei Geburt fälschlich das weibliche/männliche Geschlecht zugewiesen wurde) oder weitere Geschlechter haben, die weder Mann noch Frau sind.

Wichtig ist immer das wirkliche Geschlecht der Person zu benennen! 

Für manche Menschen ist „trans“ ein Teil ihrer Identität, für manche binäre trans Menschen ist es mehr ein Teil ihres Weges und ihrer Vergangenheit und kein aktiver Teil ihrer Identität mehr. Sie sind dann einfach Frauen und Männer.

Trans kann auf transsexuelle und transgender Menschen hinweisen. Sie identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde. Im Gegensatz dazu gibt es den Begriff Cis.

Transsexuell

Für transsexuelle Menschen stimmt das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht nicht mit dem eigenen Empfinden überein.

Sie können dazu tendieren, ihr biologisches beziehungsweise zugewiesenes Geschlecht dem empfundenen durch Operationen und Hormonbehandlung angleichen zu wollen.

Der Begriff bezieht sich meistens auf die Kategorien Mann oder Frau und stammt aus einem medizinischen Kontext. Viele Trans-Personen lehnen diesen Begriff ab.

Transvestiten / Travestie

Transvestiten kleiden sich aus verschiedenen Gründen wie ein anderes Geschlecht.

Das kann als Kostüm gemeint sein oder mit einem Fetisch zusammenhängen.

Als Travestie wird das Verkleiden und (oft überzogene) Darstellen einer Person als ein anderes Geschlecht, im Zusammenhang mit einer Show oder Performance bezeichnet.

Drag Queens und Drag Kings betreiben Travestie.

Trigender

Trigender bezieht sich auf Menschen, die sich mit drei Geschlechtsidentitäten identifizieren.

Diese drei Identitäten können gleichzeitig oder abwechselnd auftreten.