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Digitaler Gleichstellungsatlas

Der digitale Gleichstellungsatlas vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) liefert einen umfassenden Überblick über die regionalen Unterschiede bei der Gleichstellung von Männern und Frauen in Deutschland.

Anhand von 38 Indikatoren zeigt er auf, wie hoch der Anteil von Frauen an Führungspositionen in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ist, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede es bei Bildung und Berufswahl gibt oder wie sich Männer und Frauen Erwerbs- und Sorgearbeit aufteilen.

Gleichstellungsatlas zeigt die Vielfalt wie auch die Potenziale auf, die bei der Verwirklichung einer tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den Ländern und Kommunen zu beobachten sind.

Atlanten

Vierter Atlas der Bundesregierung (2020)

Der 4. Atlas ist eine aktualisierte Version des erstmals 2009 herausgegebenen Atlas.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat im September 2020 den 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern veröffentlicht.

Der 4. Atlas dokumentiert regionale Unterschiede in der Verwirklichung von Gleichstellung in Deutschland.

Eine solche vergleichende Erfassung von wichtigen Indikatoren auf Landes- und Kreisebene ermöglicht die Abbildung des regional erreichten Standes, von wo aus die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männer abgesteckt werden können.

Es ist Aufgabe der Politik, für Frauen und Männer in unserer Gesellschaft gleiche Verwirklichungschancen zu schaffen, damit die grundgesetzlich festgeschriebene Gleichstellung auch tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt. Die statistisch nachweisbaren Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern sind ein Indiz dafür, dass Gleichstellung im Sinne verwirklichter Lebensplanungen in Wirtschaft und Gesellschaft noch nicht erreicht ist.

 

 

Vierter Atlas der Landesregierung Schleswig-Holstein (2014)

Der Vierte Atlas der Landesregierung Schleswig-Holstein erschien 2014.

Was sind Gleichstellungsberichte?

Die Gleichstellungsberichte leisten eine empirische Bestandsaufnahme zum Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland und geben Empfehlungen ab, wie erkannte Schieflagen der Gleichstellung beseitigt werden können.

Die Berichte informieren und geben Anstöße für gleichstellungspolitisches Handeln.

Hier finden sie Hintergrundinformationen zu Gleichstellungsberichten und ihrer Funktion in der gleichstellungspolitischen Steuerung.

Gleichstellungsberichte (Bund & Land)

Erster Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2013)

Der Erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung identifiziert politischen Handlungsbedarf gerade an den Übergängen zwischen einzelnen Lebensphasen - etwa bei der ersten beruflichen Orientierung, bei der Familiengründung oder beim Wiedereinstieg ins Berufsleben. Sowohl für die Analyse als auch für die Empfehlungen werden beide Geschlechter in den Blick genommen.

Der Bericht besteht aus dem Gutachten einer unabhängigen Sachverständigenkommission sowie einer Stellungnahme der Bundesregierung.

(Stand 09/2013)

Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (2017)

Im Zweiten Gleichstellungsbericht wird Gleichstellung als Politik beschrieben, die eine Gesellschaft mit gleichen Verwirklichungschancen von Frauen und Männern anstrebt.

Entlang dieser Leitidee wird der Stand der Gleichstellung in Deutschland dargestellt und darauf aufbauend Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Gleichstellungspolitik formuliert.

Der Bericht besteht aus dem Gutachten einer unabhängigen Sachverständigenkommission sowie einer Stellungnahme der Bundesregierung dazu (Stand 29.09.2017).

Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung (seit 2019 in Arbeit)

Am 5. April 2019 hat Bundesministerin Franziska Giffey die Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht berufen.

Der Dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wird sich mit der Frage befassen, welche Weichenstellungen erforderlich sind, um die Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft so zu gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben.

Fünfter Gleichstellungsbericht der Landesregierung Schleswig-Holstein (2014-2018)

Die Landesregierung hat den

  • Fünften Bericht zur Durchführung des Gesetzes zur Gleichstellung der Frauen im öffentlichen Dienst (Fünfter Gleichstellungsbericht 2014 - 2017/2018)

und die Broschüre zum 5. Gleichstellungsbericht veröffentlicht.

Das Gesetz zur Gleichstellung der Frauen im öffentlichen Dienst Schleswig-Holstein (GstG) konkretisiert die Verfassungsaufträge aus dem Grundgesetz Artikel 3 Absatz 2 Satz 2 und Artikel 9 der Landesverfassung Schleswig-Holstein. Gleichzeitig ist das GstG heute im Kontext mit den europarechtlichen Regelungen aus Artikel 8 in Verbindung mit Artikel 157 Absatz 4 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union sowie Artikel 23 der Charta der Grundrechte der EU zu sehen.

Das Gesetz soll konkret die Gleichstellung von Frauen im öffentlichen Dienst fördern.

Der Bericht macht deutlich, dass die Gleichstellungspolitik für Frauen im Landesdienst erfolgreich ist: Der Anteil von Frauen in nahezu allen Besoldungs- und Entgeltgruppen im unmittelbaren Landesdienst ist teilweise deutlich gestiegen und kommt -wenn auch langsam- stärker als in vorherigen Berichten- auch in den Führungsebenen an.

Indizes

Gleichstellungsindex 2020

Es besteht weiterhin großer Handlungsbedarf bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in den obersten Bundesbehörden.

Zu diesem Ergebnis kommt der Gleichstellungsindex 2020, den das Statistische Bundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) veröffentlicht hat.

Der Gleichstellungsindex untersucht die Geschlechteranteile an Führungspositionen in den obersten Bundesbehörden.

Der Gleichstellungsindex wird im Auftrag des BMFSFJ erstellt und ist Teil des Gesetzespaketes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

Nachdem im Jahr 2019 noch eine Steigerung des Anteils von Frauen in den Leitungsfunktionen in Höhe von zwei Prozentpunkten erzielt werden konnte, hat sich die Steigerung im Berichtsjahr 2020 auf knapp einen Prozentpunkt halbiert. 21 von 24 Behörden beschäftigen immer noch deutlich mehr Männer als Frauen in Führungspositionen. Auf Ebene der Referatsleitungen waren 2020 wie bereits im Vorjahr 38 Prozent der Führungskräfte weiblich. Auf Unterabteilungsleitungs- und Abteilungsebene waren es fast ein Drittel. Auf Ebene der beamteten Staatssekretärinnen konnte erfreulicherweise ein Anstieg um sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent erzielt werden.

Im Führungspositionengesetzes wurde das Ziel verankert, bis Ende 2025 die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst des Bundes zu erreichen.

Der aktuelle Gleichstellungsindex und seine Entwicklung zeigt, was zu tun ist, nämlich die Dynamik beim Aufholprozess deutlich zu erhöhen!

Der Gleichstellungsindex 2020 zeigt auch, dass das vorhandene Führungskräftepotenzial unter den Teilzeitbeschäftigten noch nicht ausreichend genutzt wird. Führen in Teilzeit ist noch immer die Ausnahme.

Die Daten des Gleichstellungsindex 2020 beziehen sich auf den Zeitraum vom 01.07.2019 bis zum 30.06.2020 bzw. auf den Stichtag 30.06.2020.

In der Verwaltung des Amtes Mittelholstein zeigt sich der Geschlechteranteil in Führungspositionen im Kalenderjahr 2020 anders:

In der obersten Führungsebene waren 3 von insgesamt 5 Führungskräften weiblich.

In der stellvertretenden Führungsebene waren 3 von insgesamt 9 Führungskräften weiblich.

Von den insgesamt 14 Führungskräften waren 5 teilzeitbeschäftigt.

EU Gleichstellungsindex 2019

Der Index für die Gleichstellung der Geschlechter misst die Gleichstellung der Geschlechter in den EU-Mitgliedstaaten und macht Bereiche sichtbar, die verbessert werden müssen.

Er analysiert sechs Kernbereiche: Arbeit, Einkommen, Bildung, Zeit, Macht und Gesundheit - und zwei weitere Bereiche: Gewalt gegen Frauen und sich überschneidende Ungleichheiten.

Der EU Gleichstellungindex 2019 enthält einen besonderen Fokus auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ihren Zusammenhang mit der Geschlechtergleichstellung.

Mit 66,9 von 100 Punkten belegt Deutschland im EU-Gleichstellungsindex den 12. Platz.

Der europaweite Wert für die Gleichstellung der Geschlechter liegt bei 67,4 und hat sich seit 2017 nur um einen Punkt erhöht.

Der veröffentlichte Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) zeigt, dass trotz der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte und der Maßnahmen der Kommission die Fortschritte bei effektiver Gleichstellung nur sehr langsam vorankommen.

Spitzenreiter innerhalb der EU ist mit 83,6 Punkten Schweden.

An zweiter Stelle steht Dänemark mit 77,5 Punkten.

Griechenland und Ungarn haben den größten Aufholbedarf: Beide Länder liegen unter 52 Punkten.

Mit einem Plus von 3,9 Punkten hat Portugal den größten Sprung gemacht, dicht gefolgt von Estland, das sich um 3,1 Punkte verbessern konnte.

Deutschland schneidet im Bereich Bildung schlecht ab. Hier liegt der Wert bei 53,7 und belegt damit Platz 24 in der EU. Im Gegensatz zu den meisten Mitgliedstaaten ist der Anteil der weiblichen Hochschulabsolventen niedriger als der Anteil der männlichen Hochschulabsolventen (20 Prozent gegenüber 28 Prozent). Die ungleiche Konzentration von Frauen und Männern in verschiedenen Studiengängen im Hochschulbereich stellt für Deutschland nach wie vor eine Herausforderung dar. Etwa 41 Prozent der weiblichen Studierenden gegenüber 17 Prozent der männlichen Studierenden belegen ein Studienfach im Bereich Bildung, Gesundheit und Soziales oder Geisteswissenschaften und Kunst.

Im Bereich Einkommen besteht das Geschlechtergefälle trotz der Zunahme des mittleren Monatseinkommens von 2006 bis 2014 sowohl bei Frauen (+ 13 Prozent) als auch bei Männern (+ 12 Prozent) weiter. Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer. Bei Paaren mit Kindern verdienen Frauen 48 Prozent weniger als Männer (38 Prozent weniger für Frauen bei Paaren ohne Kinder).

Besonderes Augenmerk des EU Gleichstellungsindex liegt auf der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und deren Relation zur Geschlechtergleichstellung. Elternurlaub ist eine der wichtigsten politischen Maßnahmen zur Unterstützung von Eltern, die Betreuungsaufgaben mit ihrer Arbeit in Einklang bringen müssen. Jedoch können nicht alle davon Gebrauch machen. 28 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer in der EU haben keinen Anspruch auf Elternurlaub.
Der Zugang zu bezahlbarer und hochwertiger Kinderbetreuung ist ein wichtiger Faktor für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, wobei nicht nur Kinder betreut werden müssen. In der EU gibt es immer mehr ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, sodass der Bedarf an Langzeitpflegedienstleistungen für diese Personengruppen steigt. Den Löwenanteil an informeller Langzeitbetreuung übernehmen in der EU Frauen im Vorruhestandsalter. Vor allem in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen ist der Unterschied deutlich: 21 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer kümmern sich mindestens mehrere Tage pro Woche um ältere Menschen und/oder um Menschen mit Behinderungen.