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Indikatoren der Geschlechterkluft (=Gender Gaps)

Indikatoren sind Anzeiger, die komplexe Sachverhalte verständlich greif- und messbar machen.

Gleichstellungsfortschritte können nicht direkt beobachtet, nicht unmittelbar empirisch erfasst werden.

Die Indikatoren (=Gaps) helfen genau an diesem Punkt. Es sind Marker, mit denen festgestellt werden kann, ob Handlungsbedarf besteht, wo Mängel zu finden oder ob die Aufgaben erfüllt sind. 

Die Indikatoren können als Maßstab und als Orientierung dienen und ermöglichen einen Überblick über bestehende Aufgaben und Maßnahmen – somit können Schlüsse für weitere Vorgehensweisen gezogen werden:

Abbildung Geschlechtersymbole

Gender Pay Gap

Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Brut­to­stun­den­ver­dienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Brutto­stun­den­ver­dienst der Männer.

Beschäftigte in der Landwirtschaft, in der öffent­lichen Verwaltung sowie in Be­trie­ben mit bis zu zehn Beschäftigten werden nicht berücksichtigt.

Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist ein Indiz für man­gel­nde Gleich­be­hand­lung. Allerdings ist er auf vielfältige Ursachen zu­rück­zu­führen. Frauen und Män­ner unterscheiden sich in ihren Erwerbsbiografien und der Wahl von Be­rufs­fel­dern. Dies führt häufig zu unterschiedlichen Kar­rie­re­ver­läu­fen und Ver­dienst­un­ter­schie­den.

Seit 2002 ist der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant (=21%).

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Ver­dienst­ab­stand bis zum Jahr 2030 auf 10 % zu senken.

Auffallend ist, dass das Verdienstgefälle im öffentlichen Bereich we­ni­ger stark aus­ge­prägt ist, als im privatwirtschaftlichen Unternehmen. Der Ver­dienst­abstand ist mit 9 % im öffentlichen Dienst wesentlich geringer als in der Privatwirt­schaft (23 %).

Darstellung Verdienstabstand Frauen & Männer

Gender Pension Gap

Der Gender Pension Gap ist der Indikator für die geschlechtsspezifische Differenz bei den Altersbezügen und liegt bundesweit bei 53% (Stand 2019).

Die Altersbezüge von Männern sind durchschnittlich doppelt so hoch wie die Altersbezüge der Frauen.

Insgesamt haben Frauen bei der Altersversorgung das Nachsehen:

Im Westen fällt die Differenz mit 58% deutlich höher aus als im Osten, wo sie bei 28% liegt. Im europäischen Vergleich liegt der Unterschied nur in Luxemburg noch geringfügig höher

Bei der Ermittlung wurden die Einkünfte aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge zusammengerechnet.

Durch Ausgleichsmechanismen -wie die Anerkennung von Kindererziehungszeiten- ist der Unterschied in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht so hoch.

Bei der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft liegen die Frauen knapp 60% gegenüber den Männern zurück. Nur 7% der Rentnerinnen haben überhaupt eigene Ansprüche.

Als Erklärung für die Rentenlücke wird auf die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern verwiesen und auch berufstätige Frauen nehmen häufiger Auszeiten für die Kindererziehung oder Pflege Angehöriger, arbeiten öfter in Teilzeit, werden im Schnitt schlechter bezahlt - und erwerben dementsprechend weniger Rentenansprüche.

Darstellung Rentnerpaar auf Münzansammlung

Gender Care Gap

Der Gender Care Gap zeigt den unterschiedlichen Zeitaufwand, den Frauen und Männer für unbezahlte Sorgearbeit aufbringen.

Diese Tätigkeiten umfassen sämtliche Arbeiten im Haushalt und Garten, die Pflege und Betreuung von Kindern und Erwachsenen sowie ehrenamtliches Engagement und unbezahlte Hilfen für andere Haushalte. Die Anfahrtszeiten werden bei der Berechnung des Gender Care Gap mit einbezogen.

Frauen wenden für Care-Arbeit deutlich mehr Zeit auf als Männer.

Der Gender Care Gap beträgt 52,4 Prozent (Stand 2019).

Das bedeutet, Frauen verwenden durchschnittlich täglich 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Umgerechnet sind das 87 Minuten Unterschied. So leisten Männer pro Tag im Schnitt zwei Stunden und 46 Minuten unbezahlte Sorgearbeit, bei Frauen sind es vier Stunden und 13 Minuten.

Link zu weitergehenden Erläuterungen zum Gender Care Gap.