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Dritte Option: divers!

Seit Ende 2018 haben intersexuelle Menschen in Deutschland die Möglichkeit, beim Eintrag ins Personenstandsregister außer den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ auch die Option „divers“ zu wählen,

die sogenannte „Dritte Option“ (Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben vom 18. Dezember 2018 (BGBl. I Seite 2635)).

Deutschland gehört dadurch zu den wenigen Staaten weltweit, die die Existenz von mehr als zwei Geschlechtern rechtlich anerkennen.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wirkt sich nicht nur auf das Personenstandsrecht aus, sondern hat Folgen für viele weitere Bereiche.

Im Rahmen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) betrifft das vor allem den Diskriminierungsschutz im Arbeitsleben.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat häufig gestellte Fragen ( FAQ´s = Frequently Asked Questions) zu dem Themenfeld erstellt.

Abbildung Geschlechtersymbole

Dritte Option: divers - Umgang im Alltag!

Seit Dezember 2018 ist eine diskriminierungsfreie Anrede von diversen Menschen nicht mehr nur eine Frage von Respekt und Höflichkeit, sie hat auch eine rechtliche Grundlage!

Mit der Änderung des Personenstandsrechts wurde eine offizielle dritte Geschlechtskategorie neben weiblich und männlich geschaffen.

Drittes Geschlecht, intersexuell, divers – mit diesen Wörtern sind Menschen gemeint, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen.

Vor dem Gesetz existierten sie bis vor Kurzem lediglich als Leerstelle:

Im Geburtenregister gab es die Einträge „weiblich“ oder „männlich“! Für diverse Menschen bestand nur die Möglichkeit, den Eintrag offen zu lassen.

Für die Gleichberechtigung ist das ein großer Fortschritt, doch im persönlichen Miteinander / in der Korrespondenz wirft es ungeahnte Schwierigkeiten auf:

Wie sprechen wir diverse Menschen an / in Briefen und E-Mails an?

Viele der bekannten Formulierungen der gendergerechten Sprache helfen da nicht weiter, da sich diverse Menschen nicht immer eindeutig als Frauen oder Männer fühlen.

Und was machen wir, wenn wir einen diversen Menschen direkt ansprechen wollen?

Empfehlungen für die Anrede:

 Dass diverse Menschen in Ihrer Korrespondenz angemessen angesprochen werden, gebietet schon der Anstand.!

Das Thema hat aber auch eine juristische Komponente, denn wer sich aufgrund des Geschlechts sprachlich diskriminiert fühlt, kann rechtlich dagegen vorgehen.

Offiziell anerkannte Schreibweisen gibt es noch nicht!

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat sich bislang mit Empfehlungen zurückgehalten. Im November 2018 hieß es, man wolle die Entwicklung beobachten und nicht durch frühzeitige Festlegungen eine Richtung vorgeben.

Nachfragen hilft:

Der wichtigste Ratschlag lautet: Orientieren Sie sich im Zweifelsfall daran, was sich die angesprochene Person wünscht. Wann immer Sie die Möglichkeit haben, fragen Sie nach! Eine Person, die sich als divers identifiziert, fühlt sich vielleicht dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht näher. Dementsprechend wird sie die Anrede „Herr“ oder „Frau“ und die entsprechenden Pronomen „er/sie“ bzw. „sein/ihr“ bevorzugen. Manche wünschen sich aber auch eine geschlechtsneutrale Ansprache.

Keine Sorge, Ihre freundliche Nachfrage wird sicher nicht als Zeichen peinlicher Unwissenheit verstanden. Vielmehr zeigen Sie Respekt, indem Sie sich mit den unterschiedlichen Geschlechteridentitäten beschäftigen. Also, scheuen Sie sich nicht, Ihrem Schreiben eine kurze E-Mail vorwegzuschicken, oder, noch besser: Greifen Sie zum Telefonhörer! Geht es um eine Person in der Verwaltung, sprechen Sie sie direkt an

Empfehlungen für die Korrespondenz:

Nicht immer können Sie diese Frage vorher klären. Dann müssen Sie sich in Ihrem Brief oder Ihrer E-Mail selbst für eine neutrale Formulierung entscheiden, die das Geschlecht divers mit einschließt. Ganz einfach ist das noch bei der Adresse im Briefkopf. Hier lassen Sie „Frau“ und „Herr“ weg und schreiben nur den Vor- und Nachnamen:

Max Muster
Musterweg 20
20253 Hamburg

Schwieriger wird es bei der Anrede. Es ist vielleicht verlockend, eine klare Formulierung zu umschiffen, indem Sie einfach „Hallo“ schreiben. Doch in der Geschäftskorrespondenz haben solche umgangssprachlichen Anreden in der Regel nichts zu suchen. Es wird empfohlen, eine höfliche Anredeformel mit dem Vor- und Nachnamen zu kombinieren. Sie können z. B. schreiben:

Guten Tag, Max Muster, …

Empfehlungen für Begrüßungsformeln:

Sehr geehrter Max Muster!

Empfehlungen für die direkte Ansprache:

Auch wenn Sie an einen größeren Personenkreis, etwa in ihrer Verwaltung schreiben, sollten Sie das dritte Geschlecht nicht ausschließen. Doppelformulierungen wie „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ scheiden deshalb aus, denn sie sprechen nur Frauen und Männer an. Besser:

Liebe Beschäftigte, sehr geehrte Mitarbeitende, Liebes Kollegium …

Im Zweifel (oder auch grundsätzlich) bei zu formulierender Korrespondenz hilft gerne Ihr Gleichstellungsbüro oder der Bundesverband Trans*!