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Faktorverfahren

 

Verheiratet ... und weniger Netto?

Für viele Frauen hat das Faktorverfahren den Vorteil -im Vergleich zur Steuerklasse V- das es mehr Netto bringt. Ebenfalls sorgt es für eine "gerechtere" Besteuerung der Arbeitsleistung von Eheleuten bzw. Lebenspartnerschaften ganz im Sinne einer gleichberechtigten Partnerschaft. 

Mit der Eheschließung steht die Wahl einer neuen Steuerklasse an.

Welche Steuerklassenkombination auch gewählt wird, die Höhe der tatsächlichen Jahressteuerschuld verändert sich insgesamt nicht.

Die Auswahl der Steuerklassen hat aber einen Effekt darauf, wer von beiden wieviel vorab als monatliche Steuerlast entrichten muss.

Die Steuerklassenkombination IV/IV gilt als gesetzlicher Regelfall, wenn kein anderes Verfahren beantragt wird. Sie ist sinnvoll, wenn beide ein ähnlich hohes Einkommen haben.

Die Steuerklassenkombination III/V wird häufig gewählt, wenn einer der beiden Eheleute erheblich weniger verdient. In dieser Kombination ist die Steuerlast ungleich verteilt und häufig kommt es am Jahresende zu Steuernachzahlungen.

Die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor bezieht das eheliche Splittingverfahren von Anfang an mit ein. Das Finanzamt berechnet den Faktor für die steuermindernde Wirkung des Splittings und verteilt somit den monatlichen Lohnsteuerabzug nach ihren tatsächlichen Einkommensanteilen. Steuerentlastungen wie Grundfreibetrag/Kinderfreibeträge kommen beiden zu gleichen Teilen zugute.

Die Vorteile sind, dass für viele Frauen das Faktorverfahren (im Vergleich zur Steuerklasse V) mehr Netto bringt.

Die Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wird beim zuständigen Finanzamt schriftlich beantragt („Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“). Der Antrag auf Steuerklassenwechsel kann nur bearbeitet werden, wenn ihn beide Ehegatten/LebenspartnerInnen unterschrieben haben.Das Faktorverfahren wird jedes Jahr im Voraus für das folgende Jahr beantragt. Für ein Kalenderjahr kann grundsätzlich nur ein Antrag auf Steuerklassenwechsel gestellt werden.

Die Informations-Flyer zum Faktorverfahren sind im Gleichstellungsbüro, im Rathaus und in unseren Bürgerbüros erhältlich.

Abbildung Flyer Faktorverfahren

Basiselterngeld, Elterngeld Plus & Partnerschaftsmonate

Um sich der Kinderbetreuung zu widmen, haben Mütter und Väter seit 2007 Anspruch auf finanzielle Förderung vom Staat.

Inzwischen können sich Eltern zwischen verschiedenen Elterngeldmodellen entscheiden oder sie sogar miteinander kombinieren. Je nach den individuellen Lebensumständen sollten Mütter und Väter abwägen, welche Gestaltung vorteilhaft ist:

Zusatzleistung vom Staat

Das Elterngeld ersetzt einen Teil des Einkommens.

Je nach Gehalt beträgt die Förderung 65 bis 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens, das werdende Mütter und Väter 12 Monate vor der Geburt verdient haben.

Bei Geringverdienenden mit einem Gehalt von unter 1.000 Euro steigt das Elterngeld prozentual.

Gezahlt werden mindestens 300 Euro, höchstens 1.800 Euro pro Monat.

Bis zu 14 Monaten werden Mütter und Väter gefördert, wenn jeder Elternteil mindestens eine zweimonatige berufliche Auszeit nimmt. Ansonsten zahlt der Staat das Elterngeld maximal 12 Monate.

Gibt es in der Familie bereits Nachwuchs, erhöht sich das Elterngeld um 10 Prozent. Der Geschwisterbonus wird bis zum 3. Lebensjahr bei einem Geschwisterkind bzw. bis zum 6. Lebensjahr bei mehreren Geschwistern gezahlt.

Arbeit und Familie vereinen

Wer früh wieder in den Beruf einsteigen möchte, sollte Elterngeld Plus beantragen.

Dank dieser Fördervariante können betroffene schnell wieder in Teilzeit arbeiten und den Bezug des Elterngeldes verlängern.

Elterngeld Plus wird 24 Monate gezahlt. Der Zuschuss beträgt allerdings nur die Hälfte (mindestens 150 Euro, höchstens 900 Euro pro Monat).

Bonus mit dem Partner/der Partnerin

Mit dem Partnerschaftsbonus können Mütter und Väter sogar bis zu 28 Monate finanziell unterstützt werden.

Voraussetzung ist, dass sie gleichzeitig in 4 aufeinanderfolgenden Monaten durchschnittlich 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten.

Eine Förderung, die mit dem Partnerschaftsbonus vergleichbar ist, erhalten auch Alleinerziehende.

Dank der Elterngeldreform 2015 haben Eltern, die Elterngeld Plus beantragen, Anspruch auf Teilzeitarbeit. Nur wenn der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin die verringerte Arbeitszeit spätestens 4 Wochen nach der Antragstellung auf Teilzeitbeschäftigung zwischen Geburt und dem 3. Geburtstag des Kindes ablehnt, verlieren Betroffene die Berechtigung. Eine solche Ablehnung rechtfertigen jedoch nur dringende betriebliche Gründe, die der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin nachweisen muss.

Steuervorteile nutzen

Für verheiratete Eltern kann das Elterngeld Plus auch steuerliche Vorteile haben:

Bei Steuerpflichtigen, die zusammen zur Einkommenssteuer veranlagt werden, wird die Förderung beim individuellen Steuersatz berücksichtigt.

Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsmonate sind untereinander kombinierbar.

Was die Mütter und Väter wählen, müssen sie monateweise festlegen.

In Schleswig-Holstein ist das Landesamt für Soziale Dienste der jeweiligen Kreise zuständig.

 

Elterngeldrechner

Mit dem Elterngeldrechner können Sie Ihren Anspruch auf Elterngeld selbst ermitteln.

Eltern können Elterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus miteinander kombinieren.

Wie das geht, welche Aufteilung für welche Familie am besten passt und wie viel Elterngeld dann zur Verfügung steht:

Bei all diesen Fragen hilft Ihnen der Elterngeldrechner mit Planer vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).