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Berufliche Weiterbildung - warum?

 

Fach­kräfte­mangel und demogra­fischer Wandel, Globalisierung und tech­nischer Fort­schritt machen Weiterbildung immer wichtiger. Ein Plädoyer für lebens­langes Lernen in neun Fragen und Antworten

1. Warum ist berufliche Weiterbildung eigentlich so wichtig?

Die Arbeits­welt hat sich in den vergangenen Jahren sehr gewandelt. Der Job auf Lebens­zeit ist selten geworden. Befristete Arbeits­verhält­nisse nehmen zu und mit ihnen die Lücken in den Lebens­läufen. Auch der tech­nische Fort­schritt und die Globalisierung, das Internet und der demogra­fische Wandel verändern Arbeits­märkte und Anforderungen. Um für die Arbeits­welt von morgen gewappnet zu sein, muss jeder sein Wissen anpassen und erweitern. Und das bedeutet lebens­lang zu lernen.

2. Was zählt alles zu beruflicher Weiterbildung?

Weiterbildung ist die Fortsetzung jeder Art des Lernens nach Abschluss der Bildungs­phase in der Jugend und nach Aufnahme einer Berufs­tätig­keit. Das Nach­holen eines Schul­abschlusses gehört genauso dazu wie eine Umschulung oder Sprach­unter­richt. Unterschieden wird zwischen berufs­bezogener und nicht-berufs­bezogener Weiterbildung. Letzteres können sowohl frei­zeit­orientierte als auch politische Bildungs­angebote sein.

3. Gibt es Qualifikationen, die heute jeder für den Job braucht?

Ja, und zwar fach­über­greifende Qualifikationen. Ganz wichtig sind die sogenannten „Soft Skills“, also persönliche und soziale Kompetenzen wie Eigen­initiative, Team- und Konflikt­fähig­keit. Diese „weichen“ Qualifikationen – im Gegen­satz zum „harten“ Fachwissen, das in Berufs­ausbildung oder im Studium erworben wird – werden von Arbeit­gebern und Arbeitgeberinnen sehr geschätzt.

In vielen Jobs und Branchen sind Fremd­sprachen, vor allem gute Eng­lisch­kennt­nisse, und Wissen um betriebs­wirt­schaftliche Zusammenhänge gefragt. Darüber hinaus muss so gut wie jeder/jede Berufs­tätige heute kompetent mit Computer und Internet umgehen können.

4. Welche Weiterbildungen eröffnen neue Jobchancen?

Dort, wo es (noch) keine geschützten Berufs­bilder gibt, sind Quer­einstiege über eine Weiterbildung meist gut möglich.

5. Fort­bildungen sind oft teuer. Muss jeder/jede alles selbst zahlen?

Arbeit­geber/Arbeitgeberinnen beteiligen sich oft an den Kosten für Weiterbildung. Außerdem gibt es viele staatliche Fördermöglich­keiten. Bund und Länder haben in den vergangenen Jahren neue Förderprogramme aufgelegt und Bewährtes wie das Meister-Bafög reformiert, damit sich künftig noch mehr Menschen weiterbilden. Oft gibt es finanzielle Zuschüsse. Komplett finanzierte Weiterbildungen sind eher selten. Doch immerhin: Alles, was jemand für seine berufliche Fort­bildung aus eigener Tasche gezahlt hat, kann er beim Finanz­amt geltend machen und von der Steuer absetzen.

6. Weiterbildung kostet viel Zeit. Gibt es da Unterstüt­zung?

Die gibt es, und zwar in Form des sogenannten Bildungs­urlaubs. Das bedeutet: Arbeit­geber/Arbeitgeberinnen müssen ihre Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen von der Arbeit unter Fortzahlung des Gehalts frei­stellen, damit diese sich weiterbilden können. In zwölf Bundes­ländern gibt es Bildungs­urlaubs­gesetze. Ausnahmen sind Bayern, Sachsen, Thüringen und bisher auch Baden-Württem­berg. Dort erwägt jedoch zurzeit die neue Landes­regierung, Bildungs­urlaub einzuführen.

7. Was bringt das Lernen für den Job? Lohnt es auch finanziell?

Weiterbildung kann das Risiko mindern, den Job zu verlieren, die Chancen auf einen Karriere­sprung erhöhen und im besten Fall für mehr Gehalt sorgen. Forscher und Forscherinnen vom Zentrum für Europäische Wirt­schafts­forschung (ZEW) fanden heraus, dass Weiterbildungen, die allgemeine berufliche Fähig­keiten vermitteln, für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen durch­schnitt­lich bis zu 6 Prozent mehr Einkommen bringen. Denn wer nach so einer Weiterbildung den Job wechselt, bekommt häufig am neuen Arbeits­platz ein höheres Gehalt. Keine signifikanten Auswirkungen auf das Einkommen haben hingegen firmenspezi­fische Trainings, also Weiterbildungen, die Fähig­keiten vermitteln, die nur inner­halb der eigenen Firma eine Rolle spielen.

8. Muss man beim Lernen wie früher die Schul­bank drücken?

Nein. Es gibt heute viele Wege, die flexibles Lernen möglich machen – von Lernapps für Smartphones bis zum Unter­richt in virtuellen Klassenräumen im Internet. Natürlich ist der Präsen­zunter­richt, den jeder/jede aus der Schule kennt, nach wie vor der Klassiker unter den Lernformen. Wer aber unabhängig von Zeit und Ort lernen und auch sein Lerntempo selbst bestimmen möchte, hat heute mit Fern­unter­richt und E-Learning, also elektronisch unterstütztem Lernen, gute Alternativen.

Selbst­verständlich kann sich jeder/jede auch ganz ohne Kurs und Bildungs­institut neues Wissen aneignen – auf informellen Wegen.

9. Inwieweit sind Arbeit­geber/Arbeitgeberinnen verantwort­lich fürs Lernen?

Die Unternehmen sind in der Verantwortung und kommen ihr auch nach. Denn Weiterbildung findet tatsäch­lich vor allem im Umfeld des Arbeits­platzes statt. 2010 waren 59 Prozent der besuchten Weiterbildungen betriebliche Maßnahmen. Diese fanden während der Arbeits­zeit statt oder wurden vom Arbeit­geber bezahlt. Das zeigt der Bericht des Adult Education Survey.

Doch berufliche Weiterbildung ist nicht nur Chef/Chefinnensache. Auch der/die einzelne ist verantwort­lich für seine/ihre Bildungs­biografie. Um die eigene Beschäftigungs­fähig­keit zu sichern, sollte jeder/jede bereit sein, auch selbst Geld und Zeit in Weiterbildung zu investieren und sein Leben lang Neues zu lernen.

ver.di Forum Nord gGmbH

Die ver.di-Forum Nord gGmbH (gGmbH=gemeinnützige GmbH, die als Kapitalgesellschaft gemeinnützige Ziele verfolgt und dadurch steuerbegünstigt ist) ist eine unabhängige Bildungseinrichtung.

Ziel der Gesellschaft ist die Förderung der Erwachsenenbildung.

Die Seminare erfüllen die Anforderungen des § 37 Abs. 6 BetrVG bzw. die Anforderungen der entsprechenden Regelungen im Öffentlichen Dienst. Daher haben die Teilnehmenden einen Anspruch auf bezahlte Freistellung und auf die Übernahme der Seminarkosten und Reisekosten durch den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin. 

Das ver.di Forum Nord gGmbH engagiert sich praxisnah für die Bildung und Weiterbildung von Bürger/innen, Unternehmen und Institutionen (Verbände, Vereine etc.).

Die Kompetenzfelder umfassen: Bildungsberatung, Personalentwicklung, Informelles Lernen & Kompetenzdokumentation, Professionalisierung der Weiterbildner/innen, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Fördermittelberatung.

Logo ver.di Forum Nord

Weiterbildungsportal Schleswig-Holstein

Die Weiterbildungsberatung informiert zielgenau über Qualifizierungsmöglichkeiten in Bildung und Beruf und hilft, sich in der Vielfalt dieser Möglichkeiten zu orientieren, eigene bildungsbezogene Entscheidungen zu treffen und Zukunftsoptionen zu entwickeln und zu bestimmen.

Öffentlich geförderte, anbieterneutrale Weiterbildungsberatung stellt den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt und ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsorientierten Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik.

Die Beratungsstellen zur Weiterbildung in Schleswig-Holstein beraten Sie kostenfrei, unabhängig und anbieterneutral 

  • zum Weiterbildungsangebot in Schleswig-Holstein und im Umland
  • zur beruflichen Weiterentwicklung und zum beruflichen Aufstieg
  • zu finanzieller Förderung und zu Förderbedingungen

  • zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildung

  • zu einer beruflichen Neu- oder Umorientierung

  • zur sprachlichen, kulturellen und gesundheitlichen Weiterbildung.

Kursportal Schleswig-Holstein

Das Kursportal Schleswig-Holstein (KP SH) bietet Zugriff auf rund 18.000 geprüfte Weiterbildungskurse.

Auftrag und Zielsetzung des KP SHs ist es, das Weiterbildungsangebot in Schleswig-Holstein für Bürgerinnen und Bürger, Beraterinnen und Berater und Unternehmen umfassend und transparent darzustellen.

Ein transparenter Weiterbildungsmarkt umfasst die Angebote aus den Bereichen allgemeine, berufliche, politische und kulturelle Weiterbildung und orientiert sich an dem Grundsatz des Lernens im Lebenslauf (LLL).

Das Projekt KP SH wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein gefördert.

Betreiber des KP SH ist seit 2006 die Volkshochschule Pinneberg. Die Umsetzung erfolgt durch Mitarbeiterinnen mit Kenntnissen in den Bereichen Erwachsenenbildung, Netzwerkarbeit und Datenbanktechnologie.